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Schockerlebnisse, Sturmhut und Opium
Hilfe ist für Betroffene sofort nach dem Trauma, aber auch noch Jahre später möglich.
BARBARA STELZER
Schockerlebnisse wie Unfälle, Lawinenabgänge, das Miterleben wie ein anderer verunglückt, plötzliche Todesnachrichten, Überfälle oder Vergewaltigungen überfordern die menschliche Psyche meist. Hilfe ist unmittelbar und - nicht selten - auch noch nach Jahren nötig. Kriseninterventionsteams und Traumatherapeuten leisten in diesem Bereich sehr wertvolle Arbeit. Globuli-Arzneien können die Verarbeitung erschütternder Erlebnisse wirkungsvoll unterstützen. Die Homöopathie verfügt über einen mehr als 200jährigen Erfahrungsschatz in der Behandlung traumatisierter Menschen. Die zwei am häufigsten angezeigten Mittel sind Aconitum, der Sturmhut und potenziertes Opium. Sie entsprechen in ihrer unterschiedlichen Wirkung den beiden bekannten Notfallreaktionen: Kampf-Flucht- oder Todstellreflex.
Aconitum hilft, wenn der Schock einen Bewegungssturm auslöst. Die Betroffenen sind panisch, unruhig, zutiefst erregt und zittrig, laufen oft kopflos hin und her, schreien verzweifelt.
Opium wirkt, wenn akut oder chronisch Traumatisierte in Starre und Apathie verfallen. Wie gelähmt, benommen, benebelt, geistesabwesend, gefühl- und schmerzlos zeigen sich Unfall-, Kriegs- oder Missbrauchsopfer, die durch den verdünnten und verschüttelten Schlafmohn leichter ins Leben zurückfinden können.
Akut werden in der ersten Stunde nach einem Schockereignis je nach Reaktion zwei bis drei Mal drei Globuli Aconitum C30 oder (!) Opium C30 gegeben. Leidet ein Mensch noch Jahre nach einem schlimmen Erlebnis an Herzrasen, Angst- und Unruhezuständen oder an chronischer Müdigkeit und einem Gefühl innerer Leere, ist eine professionelle homöopathische Therapie angezeigt.
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 25.02.11
Dauerinfekte und die Kraft des Fiebers
Bei chronischer Abwehrschwäche hilft am besten ein Konstitutionsmittel
BARBARA STELZER
Wie viele Infekte pro Jahr sind "normal"?
Diese Frage stellen erkältungsgeplagte Erwachsene und Eltern ständig kranker Kinder gegen Ende des Winters oft. Sieben bis acht Mal jährlich Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Hals- oder Ohrenentzündungen sind aus homöopathischer Sicht eindeutig zu viel - und meist auch vermeidbar. Zwei bis drei Infekte pro Jahr - im Kindergartenalter auch etwas mehr - sind hingegen "erlaubt" und haben sogar positive Effekte. Werden sie nämlich nicht vorschnell mit scharfen Waffen wie Antibiotika niedergestreckt, fungieren sie als wertvolle Trainingspartner des Immunsystems. Wird dieses ab und an gefordert, bleibt es schlagkräftig oder kann sich überhaupt erst richtig entwickeln, wie dies bei Kleinkindern der Fall ist.
Die wertvollste Waffe im Kampf gegen Viren und Bakterien erzeugt der Körper selbst: Fieber. Ganzheitsmediziner und Homöopathen ermutigen dazu, ein bis max. drei Tage lang Fieber bis 39,5 Grad zuzulassen, wenn genügend getrunken wird und der Allgemeinzustand gut ist. Der Lohn für das Aushalten von Fieberhitze, in der Krankheitserreger gründlich vernichtet werden, ist schnellere und nachhaltige Gesundung. Die Realität vieler chronisch Infektgeplagter ist, dass sie kaum noch fiebern können, dafür aber dauergeschwächt und anfällig sind. Mit Erkältungsglobuli wie z. B. Allium cepa, Ferrum phosphoricum oder homöopathischen Infektmischungen lässt sich eine anhaltende Abwehrschwäche schlecht beheben. Hier hilft meist nur ein sogenanntes Konstitutionsmittel. Das ist eine sorgsam ausgewählte Globuli-Arznei, die den Menschen in seinem gesamten körperlichen und seelischen Befinden erfasst und ihn von Grund auf wieder festigt.
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten 10.02.11
Zwischen Wickeltisch und Karriereleiter
Die Bandbreite männlicher Erfahrungswelten ist heute groß. Und laugt oft aus.
BARBARA STELZER
Männer haben es in unserer Zeit nicht leicht. Sie werden viel mehr in Frage gestellt als früher, müssen sich beruflich und privat oft mit selbstbewussten Frauen auseinandersetzen.
Dass sie Hemden bügeln, kochen und Windeln wechseln, gehört zum Alltag vieler moderner Partnerschaften - und gilt dennoch nicht überall als cool. Sie sollen männliche Durchsetzungskraft besitzen und zugleich einfühlsam sein. Ein klassisches Männerbild als Orientierungshilfe existiert nicht mehr. Die homöopathische Praxis bestätigt das Ergebnis medizinischer Studien: Viele Männern leiden, haben aber Mühe, sich aktiv um ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden zu kümmern. Auch diejenigen, die Hilfe durch Homöopathie suchen, brauchen nicht selten Ermutigung, besser für sich zu sorgen. Erschöpfungsmittel spielen therapeutisch eine wichtige Rolle. Kalium phosphoricum etwa, eine Arznei für Menschen, die hohes Pflichtgefühl und große Fürsorglichkeit auslaugt. Oder Sepia, an sich ein klassisches Frauenmittel, bei dem die chronische Mehrfachbelastung durch Beruf, häusliche Pflichten und Kinderbetreuung zunehmend gleichgültig, reizbar und sexuell lustlos macht. Auch Kummermittel wie Natrium muriaticum werden benötigt. Gehen doch rund 80% aller Trennungen von Frauen aus. Zurück bleiben oft Männer und Väter, die das Verlassenwerden jahrelang nicht verkraften.
Bei all dem gibt es einen sehr trostreichen Aspekt: Zwischen Wickeltisch und Karriereleiter, Tränentälern und emotionalen Gipfelerlebnissen hatte noch keine Männergeneration die Möglichkeit, so viele unterschiedliche Erfahrungswelten zu betreten. Das bereichert sie selbst und unsere Welt. Sehr sogar.
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 24.01.11
Knochenbrüche und Bänderrisse
Nach Verletzungen aller Art können Globuli-Arzneien die Heilung beschleunigen.
BARBARA STELZER
Diagnose Knochenbruch oder Bänderriss. Gerade im Skipistenland Salzburg nichts Besonderes - solange man nicht persönlich betroffen ist. Wer jedoch eine dieser Verletzungen selbst durchleben musste oder gerade muss, weiß heile Knochen und Bänder und eine rasche Genesung ganz anders zu schätzen. Die unfallchirurgische Versorgung hierzulande gehört glücklicherweise zu den besten der Welt. Doch ist selbst der begnadetste Arzt nach getaner Arbeit auf eines angewiesen:
dass die unsichtbare Lebenskraft in jedem Patienten dafür sorgt, dass Wundheilung und Kalusbildung auch gut stattfinden. Genau mit dieser unsichtbaren Lebenskraft arbeitet die Homöopathie. Mit ihrer Hilfe lassen sich Heilungsprozesse nach Verletzungen aller Art verbessern und beschleunigen. Bei konkreten Wundheilungsproblemen stehen Homöopathen verschiedene Globuli-Arzneien zur Verfügung, die - gezielt ausgewählt - sehr gut helfen können. Für die Unfall- Grundversorgung gibt es zwei bewährte Standardverordnungen:
1) Knochenbrüche: 1x3 Globuli Arnica C30 sobald wie möglich. Nach 6-8 Stunden nochmals 3 Globuli Arnica C30. Am 3.,4. und 5. Tag 1xtägl. 3 Globuli Symphytum C30. Zwei Tage Einnahmepause, dann vier Wochen Calcium phosphoricum D12 - 2x tägl. 3 Globuli.
2) Bänderrisse: 1x3 Globuli Arnica C30 sobald wie möglich. Nach 6-8 Stunden nochmals 3 Globuli Arnica
C30. Am 3.,4. und 5.Tag 1xtägl. 3 Globuli Bryonia C30 bei stechenden Schmerzen und wenn jede kleine Bewegung verschlimmert. Oder 1x3 Globuli Rhus toxicodendron bei ziehenden Schmerzen, die dazu zwingen, den verletzten Körperteil ständig zu bewegen.
Die beste Verletzungsprophylaxe?
Langsam tun, wenn man sich innerlich angespannt fühlt.
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 15.01.11
Ermutigung zu einer natürlichen Geburt
Globuli-Arzneien können viel zu einer guten und zügigen Entbindung beitragen
BARBARA STELZER
Einen guten Start ins neue Leben!
Das sei jedem einzelnen der knapp 5000 kleinen Menschenkinder gewünscht, die 2011 in Salzburg das Licht der Welt erblicken werden. Wunschkaiserschnitte und Entbindungen unter Rückenmarksbetäubung (PDA) sind zwar im Vormarsch, doch gibt es immer noch viele Frauen, die eine natürliche, medikamentenfreie Geburt durchleben möchten.
Diese bringt nach Erfahrung vieler Mütter und Hebammen unwiederbringliche Geschenke mit sich. Wenn sich der Entbindungsschmerz mit der Ankunft des Babys in einer Flut körpereigener Glücks- und Wohlfühlhormone auflöst, wirkt dies prägend, stärkend, nährend und verbindend auf Mutter und Kind.
Für Frauen mit dem Wunsch nach einer natürlichen Entbindung ist eine homöopathische Begleitung in der Schwangerschaft und während der Geburt eine Mut machende Alternative. Es gibt eine Reihe von Globuli-Arzneien, die ganz oft helfen, die Wehen gut auszuhalten oder eine ins Stocken geratene Geburt wieder in Fluss zu bringen. Als Beispiel seien fünf Mittel genannt, die homöopathiekundige Hebammen und Geburtshelfer immer wieder erfolgreich einsetzen:
Kalium carbonicum nach einem Blasensprung ohne Wehen. Caulophyllum bei erfolglosen, erschöpfenden, ineffektiven Wehen. Sepia bei Geburtsblockaden mit dem Empfinden, alles sei zu eng für das Kind. Zu Beginn der Presswehen wird oft Arnica verabreicht, um den finalen Geburtsschmerz und die nachfolgende körperliche Erholung zu erleichtern. Und so manchem Neugeborenen mit Startschwierigkeiten nach einer anstrengenden Geburt hat schon Aconitum - ein Kügelchen in die Mundfalte gelegt - geholfen, sich gut in dieses Leben einzufinden.
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 03.01.2011
Die Kostbarkeit der kleinen Gaben
Zeit und Interesse für das, was der andere wirklich braucht, sind das Wesentliche.
BARBARA STELZER
Alle Jahre wieder . . . Stress, Hektik, zwischenmenschliche Spannungen. Wie viele Menschen kennen wir noch, die sich vorweihnachtliche Freude und Gemütlichkeit bewahrt haben? Den Gehetzten, Genervten, mitunter auch Verzweifelten begegnet man ungleich öfter in diesen Tagen vor dem Fest.
Hat die Homöopathie adventliche Krisenmittel zu bieten? Natürlich gibt es da Nux vomica, die bekannte Stress- und Gereiztheitsarznei. Oder Ignatia-Globuli für Überlastete mit einem zerfledderten Nervenkostüm, das Gefühlsausbrüche nicht mehr im Zaum halten kann. Oder Pulsatilla, ein Mittel für tränenreiche Hausfrauen und Mütter, die sich mit ihrem Berg von Aufgaben allein gelassen fühlen.
Doch bringen Akutarzneien, mit denen sich das Zuviel von allem besser bewältigen lässt, wirklich eine nachhaltige Lösung für dieses grundlegende Problem unserer Zeit?
Gerade die Homöopathie hat von ihrem Wirkprinzip her eine andere Antwort bereit, die da lautet: Weniger ist mehr - viel mehr sogar.
Die beeindruckendsten Erfolge erzielt man in der Globuli-Heilkunst mit kleinen, seltenen (Arznei)Gaben, die jedoch sehr bewusst für den anderen ausgewählt werden. Zeit, Hinwendung, ein offenes Herz und lebendiges Interesse für das, was das Gegenüber wirklich braucht, sind nicht nur der Schlüssel zur Auswahl der richtigen Globuli, sondern zu Heilung ganz generell, zu einem Leben in Begegnung und einem glücklichen Miteinander. Und es braucht oft nichts Materielles, um Gesundheit, Freude, neuen Lebensmut und Schaffenskraft wiederzufinden. Auch das lehrt uns die Homöopathie mit ihren stark verdünnten Arzneimitteln.
Gute Adventstage noch und ein gesegnetes Weihnachtsfest!
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten 16.12.2010
Wärme bei Verbrennungen
Das Naturgesetz „Ähnliches heilt Ähnliches“ zeigt auch ohne Globuli seine Wirkung.
BARBARA STELZER
Das Experiment lohnt sich. Harmlose Verbrennungen eignen sich dafür - z. B. die Fingerkuppe, die man sich an der heißen Herdplatte verbrannt hat.
Nicht kaltes, sondern 42-50 Grad warmes Wasser wie es aus der Leitung kommt und noch gut vertragen wird, lässt man 20-30 Sekunden über die Brandwunde laufen. Der Schmerz wird anfangs kurz stärker, verliert sich in der Folge aber rasch. Es bildet sich in der Regel keine Brandblase, sondern nur eine verdickte, braune Haut, unter der nach ein paar Tagen neue, gesunde Haut hervorkommt.
Noch wirksamer bei allen kleineren Brandwunden, die man selbst noch gut versorgen kann, sind warme Alkoholauflagen. Man erwärmt dafür eine Flasche mit klarem Schnaps, Korn oder Weingeist im Wasserbad (!) auf 42-50 Grad, tränkt eine sterile Mullbinde mit dem warmen Alkohol und legt sie auf die betroffene Stelle. Die Gazebinde in den ersten Stunden immer wieder neu mit warmem Alkohol benetzen. Anschließend mehrmals täglich Johanniskrautöl auftragen. Das beschleunigt die Heilung sehr.
Alle größeren Verbrennungen und Verbrühungen müssen ärztlich, oft in Spezialkliniken, behandelt werden.
Begleitend setzen Homöopathen vor allem folgende schmerzstillende und heilungsfördernde Globuli-Arzneien ein: Cantharis bei heftigem Brennschmerz und Blasenbildung. Arsenicum album bei Verbrennungen mit Gewebszerstörung, intensiven Schmerzen, ängstlicher Unruhe und starkem Kältegefühl. Causticum ebenfalls bei Verbrennungen mit Gewebszerstörung, wenn der Betroffene nicht so unruhig und kalt ist und bei schlecht heilenden Brandwunden. Der beste Buchtipp zu dem Thema: Manuel Mateu i Ratera: Erste Hilfe durch Homöopathie.
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 03.12.10
Zucker und die Sehnsucht nach Liebe
Saccharum ist eine moderne Globuli-Arznei für Überdrehte und Unkonzentrierte.
BARBARA STELZER
Was wäre unsere Welt ohne Zucker? Genau gesagt ohne Industriezucker?
Es gäbe keine Unmengen weihnachtlicher Naschereien, keine Schokolade, keine Gummibärchen, kein Ketchup, keine Cola und andere gesüßte Getränke. Die Welt wäre zweifelsohne weniger süß und bunt. Sehr wahrscheinlich wären die Menschen jedoch deutlich gesünder. Zivilisationskrankheiten wie Karies, Übergewicht oder Diabetes kämen selten vor. Viele Kinder wären möglicherweise weniger aufgedreht und unkonzentriert.
Saccharum raffinatum, potenzierter Fabrikzucker, ist in der Homöopathie eines der modernen, neu hinzugekommenen Mittel. Es kristallisiert sich als wertvoller Arzneistoff für zappelige, lernschwache Kinder sowie für schnell gefrustete Jugendliche ohne Biss heraus. Auch Erwachsene mit starken Schwankungen zwischen Überdreht-Sein und Depression können profitieren. Allen gemeinsam ist der Heißhunger auf Süßes und das Grundgefühl, zu wenig beachtet und geliebt zu werden. Körperlich zeigen sich oft Blähungen, Afterjucken und dick-weiße Zungenbeläge - Symptome, wie man sie von den weitverbreiteten Darmpilzerkrankungen kennt.
Sollten Saccharum raffinatum Globuli demnach großzügig verteilt werden? Die Lösung der Probleme, die von chronischer Zucker-Überdosis herrühren, sieht gewiss anders aus. Jedes Arzneimittel kann nur dann nachhaltig gesund machen, wenn die krankmachende Ursache erkannt und behoben wird. Hier stellt sich die Frage: Was nährt uns wirklich, wenn wir uns müde, ausgelaugt, überfordert, traurig, übergangen oder ungeliebt fühlen? Könnten es menschliche Wärme, ein liebevoll gekochtes Essen und Zeit für einander sein? Gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit, im Advent?
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 18.11.2010
Wechseljahre - Zeit des Wandels
Globuli-Arzneien bearbeiten nicht nur Hitzewallungen sondern auch Lebensthemen.
BARBARA STELZER
Widerstand ist zwecklos, er verschlingt nur kostbare Energien. Je eher wir unabwendbare Veränderungen bejahen, umso leichter erschließen sich die förderlichen Kräfte, die in jedem Wandel liegen. Das gilt insbesondere auch für die Wechseljahre.
In der homöopathischen Praxis kristallisiert sich etwas Zentrales heraus, das Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr bewegt: Es ist das Bedürfnis, mehr zu sich selbst zu finden und - oft erstmals im Leben - besser für sich selbst zu sorgen. Jede Form von Entspannung, aber auch sportliche Aktivitäten wie Walken, Joggen, Radfahren haben eine nachweislich positive Wirkung auf Stimmung und Hormonsystem. Genussvolles und vitalstoffreiches Essen trägt ebenfalls dazu bei, gut durch die Wechseljahre zu kommen.
Besonders mit einem täglichen Anteil von 3 El kaltgepresstem Leinöl, Weizenkeimöl oder Distelöl lässt sich der strapazierte Hormonhaushalt wirkungsvoll nähren. In der Homöopathie wird jede Frau sehr individuell behandelt. Lachesis, eines der bekanntesten Mittel gegen Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen, wirkt dann sehr tiefgreifend, wenn sich auch folgende Themen zeigen: das Gefühl von Enge und Stau im ganzen Körper, Eifersucht sowie Verzweiflung angesichts des Älterwerdens.
Eine Arznei wie Sepia hingegen kann sehr gut helfen, wenn sich eine Frau - etwa durch jahrelange Doppelbelastung Beruf und Familie - sehr ausgelaugt und lustlos fühlt. Gehen starke Hitzewallungen mit dem beängstigenden Gefühl einher, das Leben könne in einem inneren und äußeren Chaos versinken, trägt Sulfur oft dazu bei, dass Frau in der Zeit des Wandels wieder Halt und Boden unter den Füßen findet.
Die Autorin ist Homöopathin im benachbarten Bayern.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 08.11.10
Unsicherheit, Fleiß und Überforderung
Calcium carbonicum vermag Überlasteten neue Kraft und Zuversicht zu schenken.
BARBARA STELZER
Verunsicherung, innerer Druck, das Gefühl von Überforderung, fehlender Kompetenz und Durchsetzungskraft - zunehmend mehr Menschen als man glaubt, leiden an der tiefsitzenden Angst, dem Leben mit all seinen Anforderungen nicht richtig gewachsen zu sein. Schüler genauso wie Lehrer, beruflich Erfolgreiche genauso wie Hausfrauen, gesellschaftlich Etablierte ebenso wie soziale Außenseiter.
Das Tröstliche für alle, die in ihrem Inneren immer wieder an den eigenen Fähigkeiten zweifeln: Sie sind im realen Leben meist tüchtiger, fleißiger und verlässlicher als sie denken. Wer sich selbst viel hinterfragt, neigt eben dazu, sich besonders anzustrengen.
Wenn das Sich-Abmühen allerdings überhand nimmt, Versagens- und Existenzängste bedrohlich wachsen, ist es aus homöopathischer Sicht höchste Zeit, ein sogenanntes psorisches Arzneimittel einzunehmen. Als psorisch bezeichnet man in der Homöopathie Zustände von Schwäche, Unterfunktion, Langsamkeit, Ängstlichkeit und Verzagtheit. Es gibt eine ganze Gruppe von Globuli-Arzneien, die hier helfen können. Eine der wichtigsten ist Calcium carbonicum.
Der potenzierte Austernkalk ist ein wunderbares Mittel für liebenswerte, mitunter etwas sture, aber sehr pflichtbewusste Schulkinder und Erwachsene, die dazu neigen, sich zu überarbeiten. Je größer ihre Erschöpfung ist, umso verwirrter und unsicherer fühlen sie sich. Sie wenden viel Kraft auf, um ihren labilen Zustand vor anderen Menschen zu verbergen. Dabei entwickeln sie oft eine erhöhte Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Schwindel oder Herzklopfen. Calcium carbonicum vermag diesen so wertvollen Arbeitern in Gottes Weinberg neue Kraft, Zuversicht und Stabilität zu schenken.
Die Autorin ist Mitglied des Traunsteiner Qualitätszirkels für Klassische Homöopathie und arbeitet als zertifizierte Homöopathin in Bad Reichenhall.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 13.09.10
Tränenreicher Abschied im Kindergarten
Verlassenheitsängste und mangelndes Selbstbewusstsein machen oft zu schaffen.
BARBARA STELZER
Tief im Inneren ist der (kleine) Mensch auf Verschmelzung ausgerichtet. Daher können Loslösungen so schmerzhaft sein. Doch ohne Abschiede keine eigenständige Entwicklung und keine Möglichkeit, die Welt zu erobern. Beim Eintritt in den Kindergarten wird dieses Lebensprinzip erstmals richtig sichtbar.
Wie unbeschwert und selbstbewusst ein Kind seine neuen Schritte tun kann, hängt wesentlich davon ab, wie viel Rückhalt, Sicherheit und Geborgenheit es in sich spürt. Gut ausgewählte homöopathische Einzelmittel können die innere Stabilität fördern. Ein falsches Signal an die Entwicklungskräfte eines Kindes wäre es jedoch, jeden kleinen seelischen - oder auch körperlichen - Schmerz immer sofort mit Zuckerkügelchen versüßen zu wollen. Es gilt die richtige Dosis zu finden zwischen etwas zumuten und unterstützen. Herausforderungen, die ganz aus eigener Kraft gemeistert werden, stärken erfahrungsgemäß am meisten.
Sind die Abschiedszenen im Kindergarten nach 3-4 Wochen immer noch sehr tränenreich, ist Pulsatilla die am häufigsten angezeigte Globuli-Arznei. Ausgeprägte Verlassenheitsängste lassen das Kind intensiv an der Mutter klammern. Dosierung: D12 - 2x täglich 3 Globuli, maximal 3-4 Wochen.
Auch Lycopodium, Silicea oder Barium carbonicum sind hilfreiche Mittel, wenn Kindergartenkinder - vor allem aufgrund schwachen Selbstvertrauens - starke Eingewöhnungsschwierigkeiten haben. Bei Lycopodium fürchtet das Kind Stärkere, tritt selbst aber gerne nach Schwächeren. Silicea-Kinder sind zart, lärmempfindlich, schüchtern und eigensinnig. Barium carbonicum ist eine wertvolle Arznei für entwicklungsverzögerte Kinder, die sich am liebsten hinter ihrer Mutter verstecken.
Die Autorin ist Mitglied des Traunsteiner Qualitätszirkels für Klassische Homöopathie und arbeitet als zertifizierte Homöopathin in Bad Reichenhall.
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 30.08.10